Jeder, der schon mal an sportlichen Wettkämpfen teilgenommen hat, weiß, dass es sie gibt: die Wettkampfbestimmungen – so auch im Trampolinsport. Ein Text mit den genauen Regulierungen und Regeln für die Durchführung eines Wettkampfes, oftmals sehr lang und mit vielen Unterpunkten. Dabei sollte man den Inhalt kennen, um genau zu wissen, was gefordert ist, welche Kleidung man tragen darf oder wann der Wettkampf ungültig wird. Um etwas Licht ins Dunkel der Wettkampfregeln zu bringen, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen zu Trampolin-Wettkämpfen.

Was für Wettkampfarten gibt es?

Die Wettkämpfe im Trampolinsport teilen sich zunächst auf in Einzelwettkämpfe, Mannschaftswettkämpfe und Synchronwettkämpfe. Dafür wird jeweils genau festgelegt, wie ein Wettkampf ablaufen muss, was eine Übung ausmacht, wie viele Qualifikationsrunden es gibt und wer wann starten darf.

Barani A

Was muss ich in einem Wettkampf zeigen?

Wichtig zu wissen ist hier, dass Trampolinsport – Wettkämpfe drei Übungen mit je 10 Übungsteilen umfassen, egal ob man alleine, im Duo oder in Mannschaften antritt. Eine Übung besteht dabei aus gleichmäßigen, hohen und rhythmischen Sprungelementen, die ohne Zwischensprünge ausgeführt werden. Besonders wichtig sind die perfekte Körperkontrolle und die Vielfältigkeit von verschiedenen Sprüngen innerhalb einer Übung.

Wie läuft die Qualifikationsrunde im Trampolinsport ab?

Jede Qualifikation besteht aus zwei Übungen, von denen die erste spezielle zu erfüllende Anforderungen hat. Die zweite Übung darf frei vom Turner gewählt werden. Wer beginnen darf, entscheidet das Los. Je nach Anzahl der Turner werden sie in Gruppen von bis zu 16 Personen aufgeteilt. Jede Gruppe absolviert erst ihre beiden Übungen, ehe die nächste Gruppe an der Reihe ist.

Bei Weltmeisterschaften gibt es drei statt zwei Runden. Nach der ersten Runde, die aus zwei Übungen besteht, kommen die 24 besten Turner in eine zweite Runde.

Und was passiert im Finale?

Wer in der Qualifikationsrunde zu den besten acht Turnern oder Turnpaaren gehört, der muss nun noch eine Kürübung zeigen. Wer anfangen darf, entscheidet die Punktzahl aus der Qualifikationsrunde: Der Turner mit der niedrigsten Punktzahl beginnt. Am Ende gewinnt der Turner mit der höchsten Gesamtpunktzahl.

Wie unterscheiden sich Mannschaftswettkämpfe von Einzelwettkämpfen?

Eine Mannschaft besteht aus drei bis vier Turnern pro Wettkampf. Männer und Frauen turnen dabei jeweils getrennt. Jeder Turner absolviert insgesamt drei Übungen. Die Summe der drei höchsten Punktzahlen der Mannschaftsmitglieder ist das Mannschaftsergebnis für die jeweilige Übung.

Synchronwettkämpfe

Ein Synchronpaar besteht aus zwei Frauen oder zwei Männern. Jeder Turner darf nur zu einem Synchronpaar gehören. Auch bei Synchronwettkämpfen gibt es erst die Qualifikationsrunde und dann das Finale. Das wichtige an diesem Wettkampf ist aber natürlich die Synchronität. Die Turner müssen die Übungen gleichzeitig ausführen, dabei dürfen sie aber beispielsweise Schrauben auch in verschiedene Richtungen machen.

Die richtige Wettkampfbekleidung im Trampolinsport

Damit alle Turner die gleichen Ausgangsvoraussetzungen haben, gibt es eine feste Kleiderordnung in einem Wettkampf. Wer dagegen verstößt, kann Strafabzug oder Disqualifizierung riskieren.

Männer tragen ein ärmelloses oder kurzärmliges Turntrikot und einfarbige lange Turnhosen oder kurze Hosen in einer hellen Farbe. Dazu gehören Trampolinschuhe oder andere Fußbekleidung, die entweder weiß ist oder farblich zur Turnhose passt.

Frauen tragen ein Turntrikot oder einen Ganzkörperturnanzug mit oder ohne Ärmel, der eng am Körper anliegen muss. Passende Trampolinschuhe oder weiße Fußbekleidung sind auch hier erlaubt. Wer Strumpfhosen tragen möchte, kann dies tun, sie müssen aber eng sein und farblich zum Turntrikot passen. Beim DTB darf man auch hautfarbene Strumpfhosen tragen. Aus Sicherheitsgründen ist es nicht erlaubt, Gesicht oder Kopf zu verdecken.

Für beide Geschlechter ist das Tragen von Schmuck oder Uhren während des Wettkampfs nicht erlaubt. Ringe ohne Schmucksteine können getragen werden, wenn sie abgeklebt werden. Tape oder andere Stützelemente müssen hautfarbend sein. Die Unterwäsche darf nicht sichtbar sein. Außerdem sollten die Haare aus Sicherheitsgründen zusammengebunden sein.

Wenn man gerade nicht an der Reihe ist, darf man natürlich auch eine Trainingsanzug oder Turnschuhe tragen.

Müssen bei einem Mannschaftswettkampf alle gleich aussehen?

Haben Turnanzüge eigentlich Wappen?

Ja, die Wettkampfkleidung einer Mannschaft oder eines Synchronpaares muss identisch sein.

Bei internationalen Wettkämpfen muss ein nationales Emblem getragen werden, ansonsten kann es Punktabzug geben.

Was sind Wettkampfkarten?

Mindestens zwei Stunden vor Wettkampfbeginn müssen den Schwierigkeitskampfrichtern die sogenannten Wettkampfkarten vorliegen, auf denen die Übungsteile der ersten und zweiten Übung genau aufgeschrieben sind. In der ersten Übung sollte der Turner genau die Übungsteile machen, die auf der Wettkampfkarte stehen, ansonsten gibt es einen Strafabzug. Wenn eine fest vorgeschriebene Übung nicht geturnt wird, gilt die Übung als abgebrochen. In allen Kürübungen dagegen sind Änderungen von Übungsteilen oder der Reihenfolge, in welcher diese auf der Wettkampfkarte angegeben wurden, ohne Strafe erlaubt.

Wer bewertet die Turner bei den Wettkämpfen?

Das sogenannte Kampfgericht setzt sich aus neun (beim DTB zehn) Personen zusammen. Es gibt einen Wettkampfleiter, Haltungskampfrichter und Schwierigkeitskampfrichter. Die Kampfrichter sitzen dabei auf einem Podest nahe des Trampolins und vergeben Punkte. Der Wettkampfleiter dagegen sorgt für den reibungslosen Ablauf des Turniers, kontrolliert die Kampfrichter und die Wettkampfanlagen und entscheidet teilweise auch über Strafabzüge.

Wo ist der Unterschied zwischen Haltungs- und Schwierigkeitskampfrichtern?

Wie der Name schon sagt, bewerten die Haltungskampfrichter die Haltung des Turners während der Übungen. Die Schwierigkeitskampfrichter dagegen beurteilen die Einhaltung der Übungsteile, die angemessene Schwierigkeit der Übungen, die Synchronität bei Synchronturnern und entscheiden über einen Übungsabbruch aufgrund fehlender Elemente.

Was für ein Notensystem gibt es?

Es werden fünf Arten von Noten im Trampolinsport verwendet. Die D-Note ist der gesamte Schwierigkeitsgrad einer Übung. Die E-Note ist der gesamte Wert, den ein Haltungskampfrichter für eine Übung gibt. Die H-Note ist der Wert für HD. Die T-Note ist die ToF (Lichtzeitmessung) und die S-Note der Wert für die Synchronität.

Was sollte man noch wissen über einen Wettkampf?

Der Wettkampftag ist genau geplant. Mindestens zwei Stunden vor Beginn eines Wettkampfes muss die Ausrüstung aufgebaut sein, damit die Turner sich einspringen können. Direkt vor der Qualifikation und dem Finale hat jeder Turner nochmal 30 Sekunden Zeit, um sich auf dem Wettkampfgerät einzuturnen. Eine Zeitüberschreitung kann zu Punktabzug führen.

Wenn die Qualifikation beginnt, startet der Turner die Übung nach einem Zeichen des Wettkampfleiters. Dabei darf niemand den Turner durch Sprechen beeinflussen, außerdem muss er bereit sein, wenn er an der Reihe ist, ansonsten gibt es Punktabzug oder Disqualifizierung.

Innerhalb einer Übung darf kein Übungsteil wiederholt werden, ansonsten wird sein Schwierigkeitsgrad nicht angerechnet. Außerdem muss jede Übung in aufrechter Position mit beiden Füßen auf dem Sprungtuch beendet werden.

Es ist immer von Vorteil, die genauen Wettkampfbestimmungen zu kennen, um Punktabzügen zu entgehen und sich genau vorbereiten zu können auf die Anforderungen der Kampfrichter. Wer jetzt noch Fragezeichen im Kopf hat, der kann die Wettkampfbestimmungen des Deutschen Turner Bundes nochmal detailliert HIER nachlesen, um für den nächsten Wettkampf bestens gerüstet zu sein.

Zu Wettkampfbestimmungen im Doppel-Mini-Tramp geht es hier lang.